Die Mietpreisbremse / Das Bestellerprinzip

Die Mietpreisbremse - Das Bestellerprinzip - Es gibt immer 2 Meinungen

Seit dem 01.06.2015 ist Sie da, die Mietpreisbremse. Zur Zeit allerdings noch nicht in Niedersachsen. Das Bestellerprinzip allerdings ist seit dem 01.06.2015 bundesweit Gesetz. Wenn ich als Makler mir dazu meine Gedanken mache, ist mir klar, was der ein oder andere denkt. Nämlich, das ich als Makler generell dagegen bin, weil ich die Courtage nicht mehr dem Mieter berechnen darf.

Aber, so ist es nicht. Als verantwortungsbewusster Makler habe ich in der Vergangenheit auch ohne gesetzlichen Zwang mit den Vermietern über die Zahlung der Courtage gesprochen. Und - meine Kunden wissen das - sehr oft Wohnungen vermietet, wo der Mieter nur einen Teil oder gar keine Courtage zahlen musste, weil der Vermieter die Courtage übernommen hat. Ich überzeuge mit meiner Arbeit und mit den Vorteilen für den Vermieter, wenn ich mich um die Vermietung kümmere. Und die Anmietung einer Wohnung über einen  Makler bringt auch dem Mieter Vorteile. Und - eins noch - es mag ja schwarze Schafe unter den Maklern geben (so wie in jeder Branche), aber ich habe noch nie eine Wohnung vermietet, nachdem ich mal eben eine E-Mail geschrieben habe, wie in den Medien immer wieder gern über Makler behauptet wird.

Aber zurück zum Thema: ja, es gibt Vermieter, die sich nicht an der Courtage beteiligen wollen. Und ehrlich gesagt kann ich auch den Vermieter verstehen. Es gibt nun einmal Vermieter, die aus beruflichen oder aus privaten Gründen sich nicht selbst um die Vermietung Ihrer Wohnungen kümmern können. Und in ca. 96% der Fälle kündigt der Mieter die Wohnung und nicht der Vermieter, somit ist der Vermieter also auch nicht der Verursacher dafür, dass seine Wohnung frei wird.   

Eins muss aber jedem klar sein, natürlich will ein Vermieter mit seiner Wohnung auch Geld verdienen. So, wie wir alle mit unserer Arbeit oder einem eventuellen Investment Geld verdienen wollen. Nun aber will man dem Vermieter per Gesetz vorschreiben, wie hoch die Miete maximal sein darf und dass er die Courtage eines Maklers tragen soll. Und dann soll am besten noch regelmäßig in die Wohnung investiert werden in Form von energetischen Sanierungen, die auch nur noch in geringerer Form auf die Miete umgelegt werden dürfen. Und das, wo wir doch eigentlich eine freie Marktwirtschaft haben. Die wird hier aber ausgehebelt.

Weil in Zukunft für Wohnungen in einer gefragten Top Lage einer Stadt die Miethöhe begrenzt wird, auch wenn es viele Mietinteressenten gibt, die mehr bezahlen würden. Begründet wird das dann immer wieder mit der Wohnraumknappheit in Städten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München. Aber wenn ich als Beispiel Osnabrück nehme, hier ist der Wohnraum auch begrenzt, aber trotzdem sind die Wohnungen in vielen schönen Ecken dieser Stadt zu normalen Preisen, oft sogar unterhalb des Mietpreisspiegels, zu mieten. Es sei denn natürlich, man will unbedingt am Westerberg oder im Katharinenviertel wohnen. Aber es gibt doch auch so viele andere schöne Wohnlagen hier.

Eins ist auf jeden Fall zu befürchten, nämlich das die Mieten in den Städten steigen. Und genau das wurde der Politik auch immer wieder von diversen Fachleuten (nicht nur aus der Immobilienbranche) gesagt. Aber - die Mietpreisbremse kommt. Und es kann passieren, dass die Vermieter versuchen werden, Ihre zusätzlichen Kosten daraus über eine im gesetzlichen Rahmen erlaubte maximale Miete wieder zu verdienen, also die Miete zu erhöhen. Und wenn das passiert, dann hat uns die Mietpreisbremse einen Bärendienst erwiesen. In anderen Ländern Europas ist übrigens genau das schon passiert, dort wird bzw. wurde die Mietpreisbremse bereits wieder abgeschafft.

Viele klagen seit der Diskussion um die Mietpreisbremse über die hohen Mieten. Aber, Fakt ist, auf die Fläche gesehen sind die Mieten hierzulande nicht stärker gestiegen als die Inflation, im Schnitt der letzten 15 Jahre sogar ein bisschen weniger. Der Anteil des Nettoeinkommens, der für Mieten ausgegeben wird, liegt seit 30 Jahren bei rund 23 Prozent. Qualität und Größe der Wohnungen sind aber besser geworden.

Was aber gerne übersehen wird, ist die Tatsache, dass die Nebenkosten erheblich gestiegen sind. Energie, Müllgebühren, Wasser- und Abwassergebühren, Niederschlagswasser und steigende Grundsteuern, um nur einige Beispiele zu nennen, treiben die Nebenkosten immer weiter in die Höhe. Aber hier regt sich niemand auf und eine Nebenkostenbremse wird es wohl auch nicht geben.

Wie schon in der Überschrift gesagt, es gibt natürlich auch hierzu 2 Meinungen. Und es gibt zu diesem Thema auch noch viel mehr zu sagen, was hier den Rahmen aber sprengen würde. Darum hier auch nur ein paar möglichst kurz gefasste Gedanken von mir zu diesem Thema.

Abschließend entschuldige ich mich dafür, dass ich immer nur vom Vermieter oder dem Mieter schreibe, natürlich gibt es genauso die Vermieterin und die Mieterin!